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27.05.2008 | Qualitätsmanagement

Wie können Sie Praxisabläufe im Qualitätsmanagement dokumentieren?

von Monika Pohlkamp, Medizinische Fachangestellte und Qualitätsmanagerin, Sendenhorst

Um Arbeitsabläufe im Qualitätsmanagement (QM) zu dokumentieren, gibt es zwei Methoden: die Arbeitsanweisung (AA) und die Verfahrensanweisung (VA). In beiden werden verbindliche Vorgaben oder Vorgehensweisen für bestimmte Praxisabläufe dokumentiert. „Praxisteam professionell“ erläutert Ihnen im folgenden Beitrag anhand von Praxisbeispielen, wie die Dokumentation in Ihrer Praxis strukturiert aufgebaut werden kann.  

Arbeitsanweisung oder Verfahrensanweisung?

Häufig fragen sich Praxismitarbeiter, welche Unterschiede zwischen AA und VA bestehen. Wie so oft sind die Details ausschlaggebend.  

 

Arbeitsanweisung

In einer Arbeitsanweisung werden Arbeitsabläufe dokumentiert, die eine Person allein ausübt oder durchführt. Hierzu einige Beispiele:  

  • Injektion
  • Blutentnahme
  • Blutdruckmessung
  • Blutzuckermessung
  • Ausstellung von Bescheinigungen
  • Patientenannahme
  • Ausstellung von Rezepten usw.

 

Verfahrensanweisung

In einer Verfahrensanweisung werden komplette Abläufe in einer Praxis dokumentiert. Das heißt, es sind immer mehrere Personen daran beteiligt. Auch hierzu einige Beispiele:  

  • Krebsvorsorge (In dieser VA wird das gesamte Procedere dokumentiert)
  • Interne Audits
  • Ermittlung Schulungsbedarf
  • Änderungsdienst
  • QM-Bewertung
  • Erstellung QM-Dokumente
  • Verhalten im Brandfall
  • Neuaufnahme Diabetespatient ins DMP
  • usw.

 

Verfahrens- und Arbeitsanweisungen für das geforderte Qualitätsmanagementsystem (QMS) sollten sinnvollerweise jeweils in einem eigenen Register/Ordner geführt werden. Durch korrekte Kennzeichnung und ein immer wieder aktualisiertes Inhaltsverzeichnis ist es dann leicht, sich im QM-Handbuch zu orientieren.  

Muster Arbeitsanweisung

Zu jeder Dokumentation gehört ein einheitliches und übersichtliches Layout, das für die inhaltliche Orientierung unerlässlich ist. Nutzen Sie dazu die Kopf- und die Fußzeile. Einmal erstellt und als Leerformular im PC abgespeichert kann man jederzeit schnell darauf zurückgreifen.  

 

Beispiel: Arbeitsanweisung Injektionen

Name der Praxis  

 

(eventuell mit Logo)  

Arbeitsanweisung  

Injektionen  

Version 1  

Seite 1 von 1  

Freigabe auf Seite 1  

 

 

 

Geltungsbereich:  

gesamte Praxis  

 

Zuständigkeit:  

Medizinische Fachangestellte (MFA)  

 

Aktuelle Version entwickelt von:  

Praxisteam  

am: 07.05.08  

Freigegeben von:  

Praxisleitung  

am:  

Check durch:  

QMB  

am:  

Ziel:  

Korrekte Durchführung einer Injektion  

 

 

 

 

Injektionsarten:  

 

  • Intrakutan – Arzt
  • Subkutan – MFA (graue Kanüle)
  • Intramuskulär – MFA (grüne oder gelbe Kanüle)
  • Intravenös – Arzt
  • Intraarteriell – Arzt
  • Intraartikulär – Arzt

Vorbereiten einer Injektion: 

  • Fertigspritzen nach Packungsbeilage vorbereiten (z.B. Depot-Spritzen zur Verhütung oder gegen klimakterische Beschwerden usw.)

 

  • Ampullen je nach Menge des Medikaments in eine passende Einmalspritze aufziehen. Günstig ist es, die Flüssigkeit mit einer gelben Kanüle aufzuziehen. Beim Spritzen eine neue Kanüle/Nadel verwenden; diese vorher in eine Nierenschale legen, dazu 3-4 Tupfer, Desinfektionsspray und ein Pflaster.

Durchführung: 

  • Der Patient legt sich in der Regel auf eine Liege im Untersuchungsraum
  • S.c. Injektionen können auch im Labor am sitzenden Patienten durchgeführt werden.
  • Die Spritztechniken sind im Fachbuch für Medizinische Fachangestellte (steht im Regal an der Anmeldung) Schritt für Schritt beschrieben. Siehe Seite …

Dateiname: Injektion  

 

Aktuelle Version erstellt: QMB  

Freigegeben: Dr. …  

Datum: 07.05.08  

Datum:  

 

Beispiel: Verfahrensanweisung Befundberichte für Ämter

Name der Praxis  

(eventuell mit Logo)  

Verfahrensanweisung  

Befundberichte für Ämter  

Version 1  

Seite 1 von 1  

Freigabe auf Seite 1  

 

Geltungsbereich:  

gesamte Praxis  

 

 

Zuständigkeit:  

Arzt, Medizinische Fachangestellte (MFA), Schreibkraft (SK)  

 

Aktuelle Version entwickelt  

von: Praxisteam  

am: 07.05.08  

 

Freigegeben  

von: Praxisleitung  

am:  

 

Check  

durch: QMB  

am:  

 

Ziel:  

Komplikationslose Bearbeitung von Anfragen von Ämtern, Versicherungen, MD usw.  

 

 

 

Was  

Wer  

Mitverantwortlich  

Wie  

Dokument  

1. Die Anforderung kommt und wird mit dem Eingangsstempel versehen  

MFA  

 

 

Post wird geöffnet und mit dem Tagesstempel versehen  

Anfrage Amt  

2. MFA organisiert die Karteikarte, heftet Anfrage auf Krankenblatt und gibt dieses an SK weiter  

MFA  

 

 

MFA sucht die Karteikarte des entsprechenden Patienten heraus  

Karteikarte  

3. Karteikarte mit Anforderung zur Schreibkraft bringen  

MFA  

 

 

 

 

4. Arzt erhält Karteikarte zum Diktat von SK  

SK  

 

 

SK gibt Karteikarte zusammen mit leerer Kassette an den Arzt, der die Anfrage bearbeiten bzw. diktieren muss. Das Datum dieses Vorganges hält sie in einer Liste fest.  

Karteikarte Kassette Liste  

5.  

5.1: Bearbeitung  

5.2: Karteikarte kommt mit diktierter Kassette vom Arzt zurück  

 

Arzt  

 

Arzt  

 

 

Diktat: Befundbericht innerhalb einer Woche erstellen. Arzt gibt Karteikarte und die diktierte Kassette zum Diktat Ausgegeben: 10.04.08  

Zurück am: 12.04.08  

Liste  

Beachten Sie: Beide Muster sind nur Vorschläge – jede Praxis muss die AA und VA individuell auf ihre Bedürfnisse abstimmen. Alle Abläufe sollten jedoch nur so aufgeschrieben werden, wie sie in Ihrer Praxis auch durchgeführt werden. Beschönigen Sie nichts und schreiben Sie keine Romane. Sollte es zu einer Visitation/einem Audit seitens der KBV oder einer Zertifizierungsgesellschaft kommen, wird immer nach Ihren Vorgaben gefragt werden.  

 

Quelle: Ausgabe 06 / 2008 | Seite 14 | ID 119498