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26.02.2010 | Praxisorganisation

Jahreskalender 2010: So behalten Sie auch unregelmäßige Tätigkeiten immer im Blick

von Angelika Schreiber, Hockenheim

Organisation und Verwaltung einer Arztpraxis bringen vielfältige Aufgaben mit sich, die termingerecht erledigt werden müssen. In Abhängigkeit von der Größe der Praxis, der Anzahl der Ärzte, der Organisationsform und der technischen Ausstattung nehmen diese Aufgaben zu. Dabei spielen auch neue Behandlungsmethoden, geänderte Technologien und die Umsetzung des Qualitätsmanagements sowie der Röntgenverordnung eine tragende Rolle. Täglich wiederkehrende Tätigkeiten sind relativ unproblematisch in den Tagesablauf zu integrieren. Die Schwierigkeit besteht vielmehr darin, den Überblick über alle in unterschiedlichen Intervallen wiederkehrenden Maßnahmen zu behalten.  

Unterschiedliche Intervalle erschweren die Durchführung

Bis zu einem gewissen Maß lassen sich regelmäßig Aufgaben - wie zum Beispiel die wöchentliche Prüfung der Zahlungseingänge, die Weiterleitung der Liste mit den vorausgeplanten Untersuchungen an das Labor alle zwei Wochen und der monatliche Recall - ohne größere Problematik koordinieren und bewältigen. Steigt jedoch die Anzahl der in unterschiedlichen Zeitabständen wiederkehrenden Aufgaben, wird das Handling immer schwieriger. Wurde die Barkasse in dieser Woche schon geprüft? Ist der Mikrochip des Autoklaven schon eingelesen? Ist der Einsatzplan für den nächsten Notdienst bereits festgelegt? Hier spielen auch die personelle Besetzung und die Teamfähigkeit der einzelnen Mitarbeiterinnen eine Rolle.  

 

Die Vorausplanung im Terminplaner - ob in Buchform oder elektronisch - kann hilfreich sein. Den kompletten Überblick liefert allerdings ein möglichst kompakt gehaltener Jahresplan. Hier können alle Eintragungen schnell und übersichtlich erfasst werden. Vor allem können bei der Erstellung schon im Vorfeld Feiertage und Urlaubszeiten berücksichtigt werden.  

Ein Jahresplan schafft organisatorische Freiräume

Die Erstellung eines Jahresplans braucht einige Vorbereitungszeit. Zuerst sollte festgelegt werden, welche Aufgabenbereiche zu erfassen sind. Dabei kann möglicherweise eine Trennung und Verteilung der Aufgaben an unterschiedliche Mitarbeiterinnen erfolgen, was die Erstellung von zwei Organisationsplänen zur Folge hätte. Letztlich entscheidet die Größe und die Struktur der Praxis darüber. Im Laufe von etwa vier Wochen kann in gemeinsamer Abstimmung eine Sammelliste erstellt werden, in die zunächst die erforderlichen Maßnahmen im Sinne einer reinen Aufgabensammlung aufgenommen werden. Im nächsten Schritt sind die Intervalle für die einzelnen Aufgaben festzulegen. Eine nach Zeitintervallen eingeteilte Liste könnte etwa folgendermaßen aussehen:  

 

Beispiel 1: Wöchentliche bis monatliche Planung

Wöchentlich  

Alle zwei Wochen  

Monatlich  

Zahlungseingänge prüfen  

An langfristige Behandlungstermine erinnern und Unterlagen prüfen (Aufklärungsblätter etc.)  

Monatsrechnung des Labors prüfen  

Barkassen prüfen  

Mahnungen schreiben  

Recall durchführen  

Ausbildungsbetreuung  

E-Mail Postkorb leeren  

Mikrochip des Sterilisators in den PC einlesen  

 

Versichertenkarten und Praxisgebühr prüfen und ggf. mahnen  

Überstunden- und Urlaubslisten-Verwaltung  

 

DMP-Formulare/Dokumentationen übermitteln  

Privatkartei auf Altlasten überprüfen  

 

 

Statistiken erstellen  

 

 

Wartezimmerlektüre prüfen und erneuern  

 

 

Teambesprechung vorbereiten  

 

 

Prüflauf der Diskettenabrechnung durchführen  

 

Beispiel 2: Zweimonatige bis halbjährliche Planung

Alle zwei Monate  

Vierteljährlich  

Halbjährlich  

Bestandsprüfung aller Materialien und anschließende Bestellung  

Kartei der GKV-Patienten auf Altlasten prüfen (im Anschluss an die Quartalsabrechnung)  

Chemikalienentsorgung terminieren  

 

Fortbildungsplanung für das gesamte Team  

Belehrungen vorbereiten  

 

Bestandsprüfung der Büromaterialien und Bestellung  

Notfallkoffer auf Vollständigkeit und MHD prüfen  

 

Software-Updates und Programmpflege  

Terminplaner für das folgende Halbjahr vorbereiten  

 

Beispiel 3: Jährliche Planung und Bedarfsplanung

Jährlich  

Bei Bedarf  

Jahresurlaubsplanung  

Urlaubsvorbereitung  

Wartungsverträge prüfen und terminieren  

Notdienst vorbereiten mit Einsatzplan  

Audit Qualitätsmanagement  

Arbeitsmedizinische Vorsorge (BiostoffV)  

Audit Datenschutz und Sicherheitscheck  

Feuerlöscherprüfung (BGR 133, alle 2 Jahre)  

Aktenentsorgung und -vernichtung, ggf. mit Röntgenbildern  

Elektrische Sicherheitsprüfung (BGV A3) nach Vorschrift  

Jährlich  

Bei Bedarf  

Personalbedarfsplanung, ggf. Stellenausschreibung bzw. Ausbildungsplatz anbieten  

Druckbehälterprüfung (BuS-Handbuch, Fristen gemäß BetrSchV)  

Jahresabschlusskontrolle der Zahlungseingänge (Verjährung prüfen)  

Fragebogen Betriebsarzt (alle 3 Jahre)  

Die Erstellung des Jahresorganisationsplans

Mithilfe der einzelnen Tabellen zur jährlichen Planung kann der Übertrag in den Jahresplan erfolgen. Während im Beispiel die Einreichungstermine der Abrechnung nicht berücksichtigt wurden, sollten diese vorrangig auf die ausgeschriebenen Termine fixiert werden. Eine Wertung der einzelnen Aufgaben erfolgt nicht. Wichtig ist vielmehr, alle anfallenden Aufgaben sinnvoll zu verteilen, damit sie erledigt werden können. Die Terminierung sollte unter anderem Eckdaten - Einreichungstermine für die Abrechnung- und Zahlungsmodalitäten berücksichtigen. Das bedeutet: Der letzte Prüflauf der Diskettenabrechnung hat zeitnah vor der Quartalsabrechnung zu erfolgen, und die Monatsrechnung des Labors muss sofort nach ihrem Eingang am Monatsanfang geprüft werden, damit der Skonto nicht verloren geht.  

 

Aufgaben wie die regelmäßige Überprüfung und Eintragung der Urlaubslisten können monatlich an abweichenden Tagen im Jahresplan berücksichtigt werden, um eine gleichmäßige Auslastung während der gesamten Arbeitszeit zu erreichen. Das bedeutet, dass nicht alle monatlich wiederkehrenden Aufgaben jeweils am Ersten des Monats erledigt werden müssen. So wird eine Ballung der notwendigen Aufgaben verhindert und einer Vernachlässigung entgegengewirkt.  

Organisationshilfe und „To-do-Liste“

Im Online-Service unter www.iww.de (in „myIWW“ einloggen) finden Sie in der Rubrik „Arbeitshilfen“ einen Jahresorganisationsplan auf Basis der oben aufgeführten Aufgabenliste. Er kann als Vorlage für einen individuellen Organisationsplan herangezogen werden. Dieser beispielhafte Plan erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die möglicherweise unterschiedlichen Einreichungstermine für die Abrechnung müssen ergänzt werden. In das Mahnwesen integriert ist hier die Kontrolle der Versichertenkarten und der Praxisgebühr mit anschließender Mahnung. Termine, die den Arbeitsschutz betreffen, wurden eingefügt. Terminverschiebungen ergeben sich durch den im August geplanten Praxisurlaub. Sicherlich werden Sie obsolete Leistungen in dem Plan finden und andererseits für Sie relevante Aufgaben ergänzen müssen.  

Fazit

Zwar ist einige Vorarbeit notwendig, doch es lohnt sich, denn der Jahresplan kann als Organisationshilfe im Sinne einer „To-do-Liste“ herangezogen werden und liefert so eine wertvolle Gedächtnisstütze.  

 

Quelle: Ausgabe 03 / 2010 | Seite 10 | ID 133840