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BewertungenMandant*innen bewerten dich im Internet: Chance oder Risiko?

28.10.20262 Min. Lesedauervon RA Moritz Wahlster-Bode, Augsburg

Online-Bewertungen gehören heute zum Alltag – auch im Anwaltsberuf. Auf Plattformen wie anwalt.de, Google, ProvenExpert oder Trustpilot bewerten Mandant*innen ihre Erfahrungen mit Anwält*innen – also mit dir. Was in der Gastronomie längst Standard ist, wird auch im juristischen Bereich immer relevanter – ob man will oder nicht. Die Frage lautet daher nicht, ob du mit Bewertungen umgehen solltest, sondern wie.

2-10-AdobeStock_567993366_Studio Romantic.jpeg (Bild: @ Studio Romantic - stock.adobe.com)
Bild: @ Studio Romantic - stock.adobe.com

Richtig genutzt, sind Bewertungen von echten Mandant*innen eine große Chance für dich. Sie schaffen Vertrauen, noch bevor du deine Mandantschaft persönlich kennenlernst. Positive Rückmeldungen zeigen potenziellen Mandant*innen, dass du kompetent, engagiert und verlässlich arbeitest – und zwar aus der Sicht echter Klient*innen. Für dich als Berufseinsteiger*in sind gerade die ersten guten Bewertungen besonders wertvoll: Sie erhöhen deine Sichtbarkeit und bauen Hemmschwellen bei potenziellen neuen Mandant*innen ab.

Praxistipp — Bewertungen sollten authentisch sein. Kaufe oder erfinde niemals Rezensionen – egal ob positiv oder negativ. Das schadet dir langfristig mehr, als es dir nützt. Besser ist es, wenn du zufriedene Mandant*innen aktiv, aber diskret um eine ehrliche Bewertung bittest – etwa nach Abschluss eines Mandats.

Allerdings birgt das Thema auch Risiken. Negative oder gar unfaire Bewertungen können dein Image beschädigen – insbesondere, wenn sie öffentlich sichtbar sind und unbeantwortet bleiben. Hinzu kommt die berufsrechtliche Herausforderung: Als Anwält*in unterliegst du der Verschwiegenheitspflicht und darfst auf Kritik nur eingeschränkt reagieren. Pauschale Vorwürfe kannst du oft nur allgemein kommentieren („Wir nehmen Rückmeldungen ernst…“), aber nicht konkret richtigstellen. Das verlangt Fingerspitzengefühl – und einen kühlen Kopf.

Ein professioneller Umgang mit Bewertungen heißt auch, dass du regelmäßig reagieren solltest: Bedanke dich für positives Feedback und gehe ruhig und sachlich auf Kritik ein. So zeigst du Kommunikationsstärke und Souveränität – zwei Eigenschaften, die auch über das Internet hinaus Vertrauen schaffen.

Bewertungen sind kein Risiko, wenn man sie ernst nimmt und aktiv managt. Sie sind ein wirksames Instrument zur Profilbildung – gerade wenn du sichtbar und greifbar werden willst.

Musterformulierung — Bitte um Bewertung

„Ich freue mich, dass wir Ihr Anliegen zu Ihrer Zufriedenheit lösen konnten. Wenn Sie möchten, können Sie gern eine kurze Bewertung auf Google/[bevorzugte Bewertungsplattform] hinterlassen. Das hilft anderen Mandant*innen, sich zu orientieren.“

Der Bewertungslink kann auch dezent im E-Mail-Footer erscheinen, z. B.: „Zufrieden mit meiner Beratung? Ich freue mich über Ihr Feedback auf Google.“

Weiterführender Hinweis
  • Diesen Beitrag und alle anderen Informationen zum Berufsstart haben wir dir in unserem kostenlosen AS-Kompass zusammengefasst. Lade ihn dir hier herunter.

ID: 50970379

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