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XML error: > required at line 66 in string <?xml version="1.0" encoding="ISO-8859-1"?><!DOCTYPE page [<!ENTITY authors "IWW Institut">]><page><meta style="WVM"><title>Ausgabe 02/2006, Seite 11</title><objekt>Wirtschaftsdienst für Versicherungsmakler</objekt><heft>02</heft><jahrgang>2006</jahrgang><seite>11</seite><nr>1</nr><beitragsnr>20060100</beitragsnr><thema>Aktuelles Schreiben der Finanzverwaltung</thema><beitrag>Zwölf Eckpunkte zur LV-Besteuerung</beitrag><abstract>Für Kapitallebensversicherungen gelten seit dem Jahr 2005 bekanntlich neue Spielregeln. Zwölf Monate danach hat das Bundesfinanzministerium (BMF) einen Erlass veröffentlicht, aus dem sich weitere Deta</abstract></meta><body title="Wirtschaftsdienst für Versicherungsmakler - Ausgabe 02/2006, Seite 11"><content thema="Aktuelles Schreiben der Finanzverwaltung" headline="Zwölf Eckpunkte zur LV-Besteuerung" abstract="Für Kapitallebensversicherungen gelten seit dem Jahr 2005 bekanntlich neue Spielregeln. Zwölf Monate danach hat das Bundesfinanzministerium (BMF) einen Erlass veröffentlicht, aus dem sich weitere Deta"><dachzeile>Aktuelles Schreiben der Finanzverwaltung</dachzeile><titel>Zwölf Eckpunkte zur LV-Besteuerung</titel><absatz>Für Kapitallebensversicherungen gelten seit dem Jahr 2005 bekanntlich neue Spielregeln. Zwölf Monate danach hat das Bundesfinanzministerium (BMF) einen Erlass veröffentlicht, aus dem sich weitere Details zur steuerlichen Behandlung ergeben (Schreiben vom 22.12.2005, Az: IV C 1 - S 2252 - 343/05; Abruf-Nr.<nbsp /><abrufnr>060031</abrufnr>). Über die wichtigsten Punkte informieren wir Sie nachfolgend. Doch zunächst ein Blick auf die neuen Spielregeln.</absatz><ueberschrift level='1'>Neue Spielregeln</ueberschrift><absatz>Bei Kapitallebensversicherungen mit Vertragsbeginn ab dem 1. Januar 2005 sind die Erträge nach §<nbsp />20 Absatz 1 Nummer 6 Einkommensteuergesetz (EStG) unabhängig von Laufzeiten steuerpflichtig. Die Differenz zwischen dem Rückzahlungsbetrag und der Summe der Beiträge unterliegt der Kapitalertragsteuer. Die Einnahmen werden bei einer Laufzeit ab zwölf Jahren nur zur Hälfte erfasst, wenn der Versicherte bei Auszahlung mindestens 60 Jahre alt ist. Die Auszahlung im Todesfall sowie der Verkauf einer Police unterliegen weiterhin nicht der Einkommensteuer. </absatz><ueberschrift level='1'>Zwölf Eckpunkte</ueberschrift><absatz>Die zwölf Eckpunkte des aktuellen BMF-Erlasses mit den Details zur steuerlichen Behandlung sind:</absatz><ueberschrift level='2'>1. Betroffene Versicherungen </ueberschrift><absatz>Generell unterliegen folgende Versicherungen der Steuerpflicht nach §<nbsp />20 Absatz 1 Nummer 6 EStG:</absatz><absatz markierung='Punkt'>Kapitalversicherungen mit Sparanteil, unabhängig von Mindesttodesfallschutz, Laufzeit und Dauer der Prämienzahlung</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Rentenversicherungen, sofern das Kapitalwahlrecht ausgeübt wird</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Unfallversicherungen mit garantierter Beitragsrückzahlung</absatz><absatz>Auszahlungen von Risikolebens-, Unfall-, Berufs- und Erwerbsunfähigkeits- sowie die Pflegeversicherung fallen nicht unter die Kapitaleinnahmen. Bei einer Unfall- oder Invaliditätsrente kommt jedoch die Besteuerung mit dem Ertragsanteil nach §<nbsp />22 Nummer 1 EStG in Betracht, wenn es keine Einmalauszahlung gibt. </absatz><ueberschrift level='2'>2. Einordnung der Kapitalversicherung mit Sparanteil</ueberschrift><absatz>Bei der klassischen Kapitallebensversicherung kommt es zu Einnahmen nach §<nbsp />20 Absatz 1 Nummer 6 EStG, wenn die versicherte Person den Auszahlungstermin erlebt. Das gilt auch für eine Unfallversicherung mit garantierter Beitragsrückzahlung bei Leistung ohne Eintritt des abgedeckten Risikos. </absatz><absatz>Bei Verträgen mit lebenslangem Todesfallschutz wie Erbschaftsteuer-, Vermögensnachfolge- oder Sterbegeldversicherungen führt nur der vorzeitige Abruf der Leistung zu steuerpflichtigen Einnahmen.</absatz><absatz><hervorhebung typ='fett'>Wichtig:</hervorhebung> Wird bei einer Kapitalversicherung die Rentenzahlung gewählt, liegen Kapitalerträge zu dem Zeitpunkt vor, in dem die Auszahlung zu leisten wäre. Somit verbleiben für die Verrentung nur die nach Abzug von Kapitalertragsteuer verbleibenden Gelder. Die Rente ist anschließend mit dem Ertragsanteil zu versteuern.</absatz><ueberschrift level='2'>3. Steuerregeln bei Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht</ueberschrift><absatz>Bei Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht liegen bei Zahlung einer lebenslangen Rente auch bei einer Todesfall-Zahlung keine Kapitaleinnahmen nach §<nbsp />20 Absatz 1 Nummer 6 EStG vor. </absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Zu Kapitaleinnahmen kommt es aber</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>im Fall der einmaligen Kapitalauszahlung,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>wenn mehrere Teilauszahlungen geleistet werden,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>bei wiederkehrenden Bezügen, die keine lebenslange Rente sind,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>wenn die Versicherungsleistung nicht voll als Rente gezahlt wird,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>bei Abfindung des laufenden Rentenzahlungsanspruchs,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>im Falle abgekürzter Leib- und Zeitrenten und </absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>bei Auszahlung einer konstanten Anzahl von Investmentfonds.</absatz><ueberschrift level='2'>4. Behandlung sonstiger Versicherungen</ueberschrift><absatz><hervorhebung typ='fett'>Fondsgebundene</hervorhebung> Lebensversicherungen erzielen unter den gleichen Voraussetzungen Einnahmen wie konventionelle Policen. Noch nicht zur Steuerpflicht führen aber Fondsumschichtungen durch den Versicherungsnehmer in der Sparphase. Bei Übertragung der Fonds ins eigene Depot gilt als Versicherungsleistung der Rücknahmepreis, mit dem auch eine Geldzahlung berechnet worden wäre.</absatz><absatz>Deckt eine Police wahrscheinliche oder beeinflussbare <hervorhebung typ='fett'>Nebenrisiken</hervorhebung> wie Ausbildungsbeginn oder Heirat ab, ist die Auszahlung bei Eintritt des Ereignisses als Kapitaleinnahme zu versteuern.</absatz><absatz><hervorhebung typ='fett'>Wichtig:</hervorhebung> Die betriebliche Altersvorsorge, also Leistungen aus Pensionskasse, -fonds oder einer Direktversicherung sind keine Kapitaleinkünfte, sondern unterliegen in der Regel der nachgelagerten Besteuerung nach §<nbsp />22 Nummer 5 EStG. Einzelheiten hierzu hat das BMF in seinem Schreiben vom 17. November 2004 fixiert (Az: IV C 4 - S 2222 - 177/04; Abruf-Nr.<nbsp /><abrufnr>050206</abrufnr>).</absatz><ueberschrift level='2'>5. Erfassung von Zahlungen im Erlebensfall und bei Rückkauf</ueberschrift><absatz>Der Besteuerung unterliegen im Erlebensfall oder bei Rückkauf alle Versicherungsleistungen, die auf Grund des Vertrags zu erbringen sind. Steuerlich ist dabei zu unterscheiden:</absatz><absatz markierung='Punkt'>Wird die Option Rente bei einer Kapitallebensversicherung gewählt, liegen mit der Ausübung ein Zufluss und damit Kapitaleinnahmen vor.</absatz><absatz markierung='Punkt'>Bei einer nachträglichen Vertragsverlängerung liegen zum ursprünglichen Fälligkeitszeitpunkt noch keine Einnahmen vor.</absatz><absatz markierung='Punkt'>Wird der Überschuss zur Reduzierung laufender Beiträge verwendet, liegt über die Aufrechnung eine zugeflossene Leistung vor. Das gilt aber nicht, wenn die Verrechnung von vornherein vereinbart war. </absatz><absatz markierung='Punkt'>Liegt der ausbezahlte Rückkaufswert bei Kündigung unter den geleisteten Beiträgen, kommt es zu negativen Kapitaleinnahmen.</absatz><ueberschrift level='2'>6. Zuordnung der Einnahmen </ueberschrift><absatz>Steuerpflichtig ist grundsätzlich der Versicherungsnehmer oder sein Rechtsnachfolger. Bei Einräumung eines unwiderruflichen Bezugsrechts hat der Begünstigte die erzielten Erträge zu versteuern. Im Falle einer Abtretung des Versicherungsanspruchs liegen beim Abtretenden weiterhin Einnahmen vor, wenn die Versicherungsleistung dazu dient, eigene Verbindlichkeiten zu tilgen. </absatz><ueberschrift level='2'>7. Berechnung des Unterschiedsbetrags</ueberschrift><absatz>Die Versicherungsleistung abzüglich Beiträge ergibt die steuerpflichtigen Kapitaleinnahmen (Unterschiedsbetrag). Als Versicherungsleistung gelten die zugeflossenen Gelder, also angesammelte Sparanteile, Garantieverzinsung und Überschüsse. Gegenzurechnen sind die eingezahlten Beiträge (Prämien), wozu auch die Ausfertigungs- und Abschlussgebühr sowie die Versicherungsteuer gehören. Abzuziehen von den Beiträgen sind die dem Steuerpflichtigen vom Vermittler oder Versicherer erstatteten Provisionen. Für die Berechnung ist unerheblich, wer die Beiträge gezahlt hat. </absatz><absatz>Kommt es beim frühzeitigen Rückkauf zu einem negativen Unterschiedsbetrag, wird die Einkunftserzielungsabsicht überprüft. Hierbei wird als Ertrag von der Hälfte der Differenz ausgegangen.</absatz><absatz>Bei Teilauszahlungen werden die anteilig entrichteten Beiträge von der Auszahlung nach folgender Formel abgezogen:</absatz><ueberschrift level='2'>Formel</ueberschrift><table rulestype='keine' width='><tr><td align='center'><absatz><hervorhebung typ='unterstrichen'>Versicherungsleistung x (Summe Beiträge ./. verbrauchte Beiträge)</hervorhebung><br />Zeitwert der Versicherung bei Auszahlung</absatz></td></tr></table><ueberschrift level='2'>8. Ansatz der Kapitaleinnahmen zur Hälfte</ueberschrift><absatz>Bei Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr und nach Ablauf von zwölf Jahren wird nur die Hälfte des Unterschiedsbetrags als Kapitaleinnahme angesetzt. Maßgebend ist der im Versicherungsschein genannte Versicherungsbeginn, wenn er in den folgenden drei Monaten ausgestellt und der erste Beitrag gezahlt ist. Ansonsten gilt der Tag der ersten Beitragszahlung. Bei Versicherungen auf verbundene Leben wird das Lebensalter jedes Beteiligten geprüft, eine Aufteilung der Erträge erfolgt nach Köpfen.</absatz><absatz><hervorhebung typ='fett'>Wichtig:</hervorhebung> Der halbierte Ansatz gilt auch, wenn die Versicherungsansprüche der Tilgung oder Sicherung eines Darlehens dienen.</absatz><ueberschrift level='2'>9. Änderung des Versicherungsvertrags</ueberschrift><absatz>Werden wesentliche Vertragsmerkmale geändert, führt dies zu einem Neubeginn in Bezug auf Anpassungen. Das gilt jedoch nicht bei </absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Änderung des Versicherungsnehmers,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>bereits im Ursprungsvertrag vereinbarten Anpassungen,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Minderung oder Kürzung wesentlicher Vertragsbestandteile,</absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>nachträglich veränderter Versicherungslaufzeit oder Beitragszahlungsdauer, soweit die Gesamtvertragsdauer von zwölf Jahren beibehalten wird, oder </absatz><absatz markierung='Punkt' abstand='eng'>Anpassungen wie Beitragssenkung oder Stundung wegen Zahlungsschwierigkeiten des Versicherungsnehmers.</absatz><ueberschrift level='2'>10. Ansatz von Werbungskosten</ueberschrift><absatz>Durch den Versicherungsvertrag veranlasste Aufwendungen wie etwa Schuldzinsen sind als Werbungskosten abziehbar. Das gilt aber nicht für die Abschlusskosten. Auch beim hälftigen Ansatz der Einnahmen besteht der volle Werbungskostenabzug.</absatz><ueberschrift level='2'>11. Abzug von Kapitalertragsteuer</ueberschrift><absatz>Dem Steuereinbehalt von 25 Prozent unterliegen auch Teilleistungen. Bemessungsgrundlage ist der volle oder halbe Unterschiedsbetrag (siehe oben zu den Spielregeln). Die Kapitalertragsteuer lässt sich durch Nichtveranlagungsbescheinigung oder Freistellungsauftrag vermeiden. Nur inländische Versicherer erheben sie. </absatz><ueberschrift level='2'>12. Anwendungsregelungen</ueberschrift><absatz>Für vor 2005 abgeschlossene Versicherungsverträge gilt §<nbsp />20 Absatz 1 Nummer 6 EStG in der Fassung für 2004, was in der Regel für Steuerbefreiung auf Altpolicen sorgt. Bei Vorratsverträgen, die zwar noch 2004 abgeschlossen wurden, bei denen der Versicherungsbeginn aber erst nach März 2005 liegt, kommt der Vertragsschluss erst zu dem Zeitpunkt zu Stande.</absatz><absatz>Bereits bei Vertragsschluss vereinbarte Beitragsanpassungen zählen zu einem Altvertrag, wenn die Beitragserhöhung pro Jahr 20 Prozent des bisherigen Beitrags nicht übersteigt oder nicht mehr als 250 Euro beträgt. Ansonsten gelten die auf die Beitragserhöhung entfallenden Vertragsbestandteile als neuer Vertrag. </absatz><absatz><hervorhebung typ='fett'>Wichtig: </hervorhebung>Wird die Beitragshöhe bis Ende 2006 gesenkt, um die unschädlichen Grenzen nicht zu überschreiten, gilt das nicht als Gestaltungsmissbrauch und somit steuerlich nicht als gesonderter neuer Vertrag.</absatz></content></body></page>
Quelle: Ausgabe 02 / 2006 | Seite 11 | ID 98694