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  • ·Fachbeitrag ·Arbeitnehmer und Arbeitgeber

    Scheinselbstständigkeit - der schmale Grat zwischen Selbstständigkeit und Beschäftigung

    von StBin Dipl.-Fwin (FH) Jutta Liess, Traunreut

    | Auf dem Bau sind Scheinselbstständige schon lange bekannt, doch nun arbeiten sie immer häufiger als Reisebegleiter, Reinigungskräfte, Pfleger, Trainer, bei Speditionen oder in der IT-Branche. Die Intention ist klar: Der „Arbeitgeber“ möchte Sozialabgaben sparen und kein Mitarbeiterrisiko tragen. Doch hier ist höchste Vorsicht geboten. In gravierenden Fällen kann die Scheinselbstständigkeit das betroffene Unternehmen in den Ruin führen! |

    1. Des einen Freud, des anderen Leid

    Viele Arbeitswillige werden mehr oder weniger in die Scheinselbstständigkeit gezwungen, weil Arbeitgeber Lohnkosten drücken und Sozialabgaben vermeiden wollen. Den „Selbstständigen“ stehen keine arbeitsrechtlichen Ansprüche zu, weder auf den Tariflohn, noch auf Kündigungsschutz und sonstige Arbeitnehmerrechte wie z.B. Entgeltfortzahlung bei Krankheit, Elternzeit oder Urlaub, Unfallversicherungsschutz etc. Viele Betroffene trauen sich nicht, um den Status als Arbeitnehmer zu kämpfen, aus Angst, dann gar keinen Job zu bekommen. Außerdem erhält der Selbstständige vordergründig betrachtet „netto“ mehr in die Tasche, wenn man außer Acht lässt, dass er dann letztlich seine soziale Absicherung komplett alleine finanzieren muss.

    2. Abgrenzungsschwierigkeiten

    Für beide Parteien - Auftraggeber und Auftragnehmer - ist die Unterscheidung zwischen Selbstständigkeit und Beschäftigungsverhältnis nicht immer klar. Besonders problematisch ist, dass die Abgrenzungskriterien im Sozialversicherungs-, Steuer- und Arbeitsrecht nicht identisch sind (H 19.0 „Allgemeines“ S. 2 LStH). Zunächst sind die Problemfälle zu identifizieren: