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New Work: Wie digitale Kommunikation den Anwaltsberuf neu definiert

Bild:© rocketclips - stock.adobe.com

von Maximilian Koeppen, Leiter Service und Qualität bei der Rechtsberatungsplattform advocado

| New Work ist eines der Hype-Themen unserer Zeit. Schnell vom Strand aus die Website zu Ende bauen oder den neuesten Blogpost zum Thema Beauty von der Couch aus hochladen ‒ häufig wird New Work derzeit mit Kreativberufen in Verbindung gebracht. Doch eignet sich der Ansatz auch für andere Berufe, wie z. B. den des Anwalts? Das Vorurteil sagt „nein“. Schließlich werden Juristen eher als konservativ beschrieben und wirken gegenüber Innovationen oft skeptisch. Außerdem ist die Rechtsberatung ein Arbeitsfeld, in dem die menschliche Begegnung und das Vertrauen eine große Rolle spielen. Trotzdem: New Work funktioniert auch für Anwälte. Denn anstelle eines Kanzleibesuchs bevorzugen Menschen im digitalen Zeitalter den Erstkontakt online, statt zu faxen teilen sie Dokumente online und statt anzurufen chatten moderne Mandanten auch schon mal mit ihrer Anwältin oder deren Mitarbeitern. |

Nine to Five, aber bitte flexibel

Galt es früher besonders in Großkanzleien als angesehen, sich die Nächte mit Akten um die Ohren zu schlagen und stolz auf das chronische Schlafdefizit zu sein, das sich über die Jahre angesammelt hat, weht heute ein arbeitnehmerfreundlicherer Wind auf dem Arbeitsmarkt. Dafür gibt es drei gute Gründe:

 

  • 1. Ein sich zuspitzender Fachkräftemangel, der auch die Anwaltsbranche betrifft
  • 2. Eine neue Generation von Arbeitnehmern, die Arbeit und Leben in Balance halten will
  • 3. Die Digitalisierung, die ortsunabhängiges Arbeiten unterstützt, Arbeitsprozesse optimiert und somit New Work fördert

 

Digitale Technik unterstützt Anwälte und Kanzleimitarbeiter dabei, standardisierbare Abläufe und Prozesse wie die Erstellung von Verträgen sowie die Online-Ordnung von Akten effizienter und Ressourcen sparender zu gestalten. Zusätzlich erinnert ein virtueller Assistent automatisch an Fristen und Termine. All das spart Zeit und Nerven, die Anwälte entweder in ihr Kerngeschäft oder mehr Freizeit investieren können. Außerdem haben Rechtsanwaltsfachangestellte, die digitalisiert arbeiten, von überall aus Zugriff auf Mandanten- und Falldaten. So sind geschlossene Kitas und andere (private) Umstände, bei denen man kurzfristig ins Homeoffice umziehen muss, kein Problem mehr.

 

Ein weiterer wichtiger Punkt in Sachen Arbeitsflexibilität und New Work sind die sich verändernden Erwartungen der Mandanten. Der Erstkontakt mit dem Anwalt findet immer seltener in der Kanzlei statt. Anstelle dessen schätzen Mandanten digitale Kommunikationsmöglichkeiten wie z. B. Videocalls. Die örtliche Unabhängigkeit ermöglicht Kanzleien flexiblere Arbeitsstrukturen. Eine Anwesenheit, die an feste Öffnungszeiten geknüpft ist, ist nicht mehr nötig. So können Angestellte Karriere, Familie und Freizeitgestaltung besser unter einen Hut bringen. Doch nicht nur Angestellte profitieren von flexibler Arbeitszeit. In Zeiten des Fachkräftemangels verschaffen sich Kanzleien mit einem solchen Angebot einen echten Wettbewerbsvorteil, vor allem bei jüngeren Generationen.

Mandanten weltweit betreuen

Von New Work profitieren nicht nur die Mandanten, sondern auch die Anwälte, die ihren Mandantenkreis so über Deutschland hinaus erweitern können.

 

  • Beispiel

Eine Mandantin wird von ihrem Unternehmen für ein Jahr ins Ausland gesendet. Nun sitzt sie im Büro in Sydney und erfährt von einem Todesfall in ihrer Familie. Die Regelung der Erbangelegenheit steht an. Früher bedeuteten solche bürokratischen Angelegenheiten für Mandanten einen wahrgewordenen Albtraum: Langstreckenflüge, um den Anwalt oder Notar in Deutschland aufzusuchen und Papierkram zu regeln, unzählige Telefonate und regelmäßigen Fax-Verkehr. In der digitalisierten Welt ist all das nicht mehr nötig. Statt eines Langstreckenflugs begegnen sich Mandant und Anwalt auf einer digitalen Plattform. Hier treffen sie sich zum Videocall, tauschen Dokumente aus und klären Fragen per Kommentar- oder Chatfunktion.

 

New Work spart Kosten und Zeit

Anwälte profitieren stark von der digitalen Transformation und den damit verbundenen neuen Arbeitsvorstellungen in den Köpfen der Menschen. In Zeiten, in denen selbst Arzttermine digitalisiert werden, wird auch der digitale Kontakt mit dem Anwalt immer selbstverständlicher. Für selbstständige Anwälte bedeutet das, dass sie sich die Miete für ein repräsentatives Büro sparen können. Und nicht nur dieser Kostenblock schwindet. Auch die Ablage und buchhalterische Aufgaben werden verstärkt von digitalen Helferlein oder Anwalts-Plattformen erledigt. Zudem stellen Plattformen automatisch Deckungsfragen an Rechtsschutzversicherungen, um direkt herauszufinden, ob Kosten übernommen werden ‒ ein Benefit für Mandanten und natürlich auch Anwälte, die diese zeitintensive Zusatzarbeit problemlos abgeben können. Das finanzielle Risiko einer Selbstständigkeit oder der Gründung einer Kanzlei wird so wesentlich überschaubarer.

 

FAZIT | Die Digitalisierung schafft für Anwälte und Kanzleien mehr Flexibilität im Berufsalltag, erleichtert dank des minimierten Kostenrisikos Neugründungen und optimiert Arbeitsprozesse derart, dass Anwälte sich stärker auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren oder mehr Freizeit genießen können. Davon profitieren vor allem Arbeitnehmer mit Familien oder anderen außerberuflichen Schwerpunkten sowie Selbstständige und Kanzleien, die für nachfolgende Generationen attraktiv bleiben wollen.

 
Quelle: ID 46409281