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· Fachbeitrag · Flüchtlinge

Refugees welcome - Häufig gestellte Fragen

von Derya Zeyrek, sentez - Texte | Übersetzungen | Diversity, Köln

| Flüchtlinge kommen häufig aus Ländern, die völlig anders sind als Deutschland. Wenn Flüchtlinge Ihre Praxis aufsuchen, können sie Ihnen auch Fragen stellen, die mit Ihrem Beruf als MFA nicht direkt zusammenhängen. Bleiben Sie geduldig. Mit freundlichen und kompetenten Antworten leisten Sie einen wichtigen Beitrag für die Zufriedenheit Ihrer Praxisbesucher und pflegen den guten Ruf Ihrer Praxis. In diesem Beitrag erhalten Sie souveräne Antworten auf häufig gestellte Fragen von Flüchtlingen.-|

 

Frage: „Wie finde ich eine Arbeit?“

 

Antwort: Flüchtlinge dürfen auch dann eine Arbeit aufnehmen, wenn ihr Antrag auf Asyl noch nicht genehmigt wurde. Neben der Bundesagentur für Arbeit können Flüchtlinge online unter www.workeer.de eine Arbeit suchen. Das ist eine Jobbörse, speziell für Flüchtlinge. Hier gibt es Jobs für Facharbeiter (zum Beispiel Mechatroniker oder Elektriker), aber auch für geringer Qualifizierte (zum Beispiel Küchenhilfe, Kindermädchen oder Bauarbeiter).

 

Frage: „Wie finde ich eine Wohnung?“

 

Antwort: Für Flüchtlinge ist es besonders schwierig, eine private Mietwohnung zu finden. Für Einzelpersonen gibt es online unter www.fluechtlinge-willkommen.de eine Wohnungsbörse, die WG-Zimmer speziell für Flüchtlinge vermittelt.

 

Frage: „Wo kann ich meine Zeugnisse anerkennen lassen?“

 

Antwort: Flüchtlinge können beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) einen Antrag auf Anerkennung ihrer Schul- und Hochschulzeugnisse stellen. Die Hotline „Arbeiten und Leben in Deutschland“ bietet telefonisch unter 030 1815-1111 auch eine Erstberatung auf Deutsch oder Englisch an.

 

Frage: „Wer kann mir bei juristischen Fragen helfen?“

 

Antwort: Wenn Flüchtlinge eine Beratung zu Rechtsfragen suchen, gibt es mehrere Möglichkeiten:

 

 

  • Bei Fragen, die zu sehr ins Detail gehen bzw. deren telefonische Beantwortung aufwendig wäre, leiten Sie die Flüchtlinge an Hilfsorganisationen weiter, zum Beispiel online unter http://wie-kann-ich-helfen.info.

 

  • Allgemeine, leicht verständliche Informationen zu Themen wie Asylverfahren, Wohnungs- und Arbeitssuche, Kontoeröffnung liefert die App Refugermany. Die App gibt es in mehreren Sprachen,

 

Frage: „Ich habe keine Versichertenkarte. Wie kann ich behandelt werden?“

 

Antwort: Grundsätzlich können Asylbewerber den Arzt aufsuchen, wenn sie vom zuständigen Sozialamt einen Behandlungsschein erhalten haben. Nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ist diese Art der ärztlichen Versorgung auf 15 Monate beschränkt. Einige Bundesländer haben schon eine Krankenversicherungskarte für Flüchtlinge eingeführt bzw. denken darüber nach.

Bitte informieren Sie sich zu den jeweiligen Regelungen bei Ihrer KV!

 

Manche Patienten, haben jedoch überhaupt keinen Versicherungsschutz (zum Beispiel weil die 15-Monats-Frist abgelaufen ist oder die betreffende Person nicht registriert ist). Für den Fall, dass Ihr Chef den Patienten nicht selbst auf Kulanzbasis behandelt, bieten zum Beispiel die Medibüros Hilfe an. Sie vermitteln Menschen ohne Versicherungsschutz an kooperierende Ärzte, Therapeuten, Hebammen und im Bedarfsfall auch Kliniken. Unter www.medibueros.org finden Sie auf einer interaktiven Karte über 30 Standorte mit Kontaktdaten.

 

Besonders kompetent und erfahren ist das Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin (www.bzfo.de). Fachärzte bieten unter einem Dach Therapien, Behandlungen, psychosoziale Unterstützung und Begleitung an. Das Team verfügt sogar über ein Netzwerk mit speziell ausgebildeten Dolmetschern.

 

PRAXISHINWEIS | Oft haben Personen, die sich als sogenannte „Illegale“ in Deutschland aufhalten, Angst davor, den Arzt aufzusuchen bzw. wahre Angaben über ihren Aufenthaltsstatus zu machen. Sie befürchten, dass der Arzt die Behörden einschaltet. Erklären Sie diesen Menschen, dass Sie auch in diesen Fällen an die ärztliche Schweigepflicht gebunden sind.

 
Quelle: Ausgabe 01 / 2016 | Seite 19 | ID 43745870