Ausgabe 11/2012, Seite 7

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| Adipositas

Auch bei Schlanken lohnt Diabetes-Screening

Das Adipositas-Paradoxon gilt auch für Diabetiker. Erwachsene Patienten, die bei der Diabetesdiagnose normalgewichtig sind, haben in der Folge eine etwa doppelt so hohe Mortalität wie diejenigen, die bei Diagnose übergewichtig bzw. adipös sind. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) nimmt eine aktuelle Analyse US-amerikanischer Autoren zum Anlass, um die Bedeutung des Diabetes-Screenings auch bei schlanken Personen zu betonen.

 

Der Anteil schlanker Typ-2-Diabetiker beträgt laut DDG-Präsident Prof. Dr. Stephan Matthaei, Quakenbrück, 10 %-20 %. Einige hätten, zum Beispiel aufgrund von Bewegungsmangel, eine „versteckte Fettleibigkeit“, erläutert er: Die verlorene Muskelmasse wird durch Fettgewebe ersetzt, das Gewicht kann trotzdem im oberen Normbereich liegen. DDG-Pressesprecher Prof. Dr. Andreas Fritsche, Tübingen, warnt vor dem Hintergrund der Daten davor, Diabetestherapien – vor allem auch Ernährungsumstellung und vermehrte körperliche Bewegung, aber auch die medikamentöse Behandlung – bei schlanken Typ-2-Diabetikern weniger konsequent umzusetzen.

Quellen

  • Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG): Adipositas paradox: Schlanke Typ-2-Diabetiker stärker gefährdet. Pressemeldung vom 4. Oktober 2012
  • Carnethon MR et al.: Association of weight status with mortality in adults with incident diabetes. JAMA 2012; 308(6): 581–590

 

Pressemitteilung und Volltext

Quelle: Ausgabe 11 / 2012 | Seite 7 | ID 35989860